Die Bilanz ist ebenso gut wie bitter

Kommentar zu den Dramen im Mittelmeer: Wohin mit den Flüchtlingen?

Die EU ringt um Lösungen, wie die Flüchtlingsdramen im Mittelmeer beendet werden können. Kompromisslinien werden sichtbar. Dazu ein Kommentar unseres Korrespondenten Detlef Drewes.

Die Bilanz der vergangenen Tage ist ebenso gut wie bitter. Ja, es ist gelungen, mehrere Tausend Menschen vor dem nassen Tod im Mittelmeer zu retten. Aber die Zahlen zeigen eben auch, dass Europa das Problem noch nicht gelöst hat.

Die Seenotrettung wurde intensiviert. Das ist gut so. Der Umgang mit den Asylbewerbern bleibt ungelöst – bisher. Brüssel wird einen Verteilschlüssel finden müssen. Dabei wäre eine Formel, die nicht alle gleich behandelt, am Ende wohl die intelligenteste Lösung: Höchstquoten für jedes Mitgliedsland entsprechend seiner Bevölkerungszahl, seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, seiner Arbeitslosenzahl. Dazu eine spürbare Entschädigung für jene Staaten, die die Last der Ersteinreise und der Asylantrag-Bearbeitung zu leisten haben, wenn sie sich zu humanitären Standards verpflichten. Und das Recht, die anerkannten Flüchtlinge anschließend auf die Nachbarn aufzuteilen.

Ob das System am Ende nur fair oder auch gerecht sein kann, muss ohnehin die Praxis zeigen. Auf jeden Fall wäre der Druck, den Flüchtlingsstrom beispielsweise durch eine stärkere Kooperation mit den Herkunftsländern sowie den nordafrikanischen Staaten zu senken, für alle größer. Weil jeder betroffen ist.

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