Kommentar zum Drogenfund bei Volker Beck: "Affäre zur Unzeit"

Die harsche Reaktion von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf den Drogenfund bei dem prominenten Grünen-Politiker Volker Beck zeigt, wie sehr der Fall den Grünen den Wahlkampf verhagelt.

Denn der Absturz des prominenten Bundestagsabgeordneten ist dazu geeignet, alte Ressentiments gegen die Grünen wieder ans Tageslicht zu fördern. Ein Kommentar von unserem Berliner Korrespondenten Hagen Strauß:

Je enger das Rennen ist, je näher der Tag der drei Landtagswahlen am 13. März rückt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der politische Gegner auf der Anti-Grünen-Klaviatur spielt. Die klingt wie folgt: Typisch Ökopaxe, wissen alles besser, sind aber selbst keine besseren Menschen. Wollen andere mit Veggie Days zwangsbeglücken und den Umgang mit Drogen liberalisieren wie einst zur Zeit der Parteigründung die Pädophilie.

Das muss nicht verfangen, kann aber. Der Fall ist damit ein Fall zur Unzeit. Die Grünen stecken in der Beck-Falle. Kretschmann hat mit seiner Person und seiner Politik viel dafür getan, dass sich seine Partei nicht nur in Baden-Württemberg, sondern auch im Rest der Republik in der bürgerlichen Komfortzone etablieren konnte. Nur mag man es speziell in diesem Lager überhaupt nicht, wenn Werte hochgehalten und propagiert werden, an die man sich selbst nicht hält.

Freilich gilt auch: Beck ist ein Einzelfall. Er scheint sich selbst verloren zu haben in den Turbulenzen des hektischen und Kräfte zehrenden politischen Alltags in Berlin. Abseits der strafrechtlichen Relevanz seines Handelns kann man dies auch bedauern.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.