Neue Dimension der Kriegsführung

Kommentar zur Drohnen-Debatte: Als Vorreiter gefragt

Tatjana Coerschulte über die Drohnen-Debatte, E-Mail: coe@hna.de

Die Bundesregierung will für die Bundeswehr Drohnen anmieten, über deren Bewaffnung der Bundestag bei jedem Einsatz entscheiden soll. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteurin Tatjana Coerschulte.

Für Jüngere klingt das wie Erzählungen von altgedienten Veteranen, wenn heute 60-Jährige vom Nato-Doppelbeschluss in den 1980er-Jahren berichten, von Großdemonstrationen im Bonner Hofgarten und einer Debatte, welche die Bundesrepublik fast spaltete. Heute weiß man: Die erbitterte Auseinandersetzung der Deutschen mit den militärischen und bündnispolitischen Aufgaben ihres Staates hat entscheidend dazu beigetragen, die Gesellschaft zu formen. Sie fügte der Bundesrepublik in Gestalt der Friedensbewegung und der Grünen neue, prägende politische Facetten bei.

Die Abrüstungsdebatte jener Jahre hat auch das Bild der Deutschen im Ausland mitgeformt, und zwar positiv. Deutschland genießt inzwischen Ansehen in Fragen der Rüstungskontrolle und als Moderator zwischenstaatlicher Prozesse. Das birgt eine Verpflichtung: Bei den Kampfdrohnen darf es nicht darum gehen, die Entscheidung darüber möglichst lautlos durch den Bundestag zu kriegen und dann aufzuatmen.

Drohnen sind eine neue Dimension der Kriegsführung - und das geht alle an. Es stünde Deutschland gut an, bei diesem Thema die Vorreiterrolle einzunehmen - damit Staaten den Rahmen für die Waffentechnik vorgeben, nicht die Hightech-Labore der Militärs.

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