Kommentar zum Drosselkom-Urteil

"Datenbremse benachteiligt auch Ottonormalverbraucher"

Die Deutsche Telekom hat bei ihren Plänen für eine Tempodrosselung im Festnetz einen empfindlichen Dämpfer bekommen. Verbraucherschützer trugen mit einer Klage gegen den Bonner Konzern wegen der umstrittenen Drosselung vor Gericht einen ersten Sieg davon. Ein Kommentar von HNA-Volontär Daniel Göbel.

Eigentlich müsste sich Telekom-Chef Rene Obermann bei den Richtern am Kölner Amtsgericht bedanken. Mit ihrem Urteil gegen die Datendrosselung haben sie den Konzern vor einer großen Dummheit bewahrt.

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Denn die als „Drosselkom“ verspottete Datenbremse drosselt nicht nur die Geschwindigkeit beim Surfen im Netz, sondern auch die Kundenzahlen der Telekom. Das zeigt der große Proteststurm der Internetnutzer in Sozialen Netzwerken. Spätestens mit der Einführung hätte sich der Marktführer unter den Internetanbietern vermutlich vor Kündigungsschreiben nicht retten können. Zu recht: Denn wer bezahlt schon einen Pauschalbetrag für etwas, was er nicht in vollem Umfang nutzen kann?

Das Verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung wäre somit erheblich gestört. Denn die Datenbremse benachteiligt am Ende nicht nur notorische Dauersurfer, deren Leben hauptsächlich in der virtuellen Welt stattfindet, sondern auch Ottonormalverbraucher, der sich am Monatsende wohl nicht mal mehr Videos auf Youtube anschauen könnte, weil es die Datengeschwindigkeit nicht hergibt.

Diese unangemessene Benachteiligung von Pauschalpreis-Surfern passt nicht in ein Verständnis von Kundenfreundlichkeit, wie es von solch einem großen Unternehmen wie der Telekom im 21. Jahrhundert zu erwarten wäre.

Rubriklistenbild: © dpa

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