Kommentar zur Dürre in Kalifornien: Verdorrte Chancen

Kalifornien trocknet aus: Gouverneur Jerry Brown macht Wassersparen erstmals in der Geschichte des US-Staates zur Pflicht. Ein Kommentar von Barbara Will.

Kalifornien gilt als Vorreiter des Umweltschutzes. Auf den Hügeln drehen sich Windkraftanlagen, wer Müll in den Straßengraben wirft, zahlt Strafe, Einwegplastiktüten sind per Gesetz verbannt, und strenge Vorgaben sollen den Ausstoß von Treibhausgasen senken. Die Umweltbranche der Westküste sammelte Milliarden Dollar von Kapitalgebern ein.

Doch Kalifornien ist offensichtlich nur solange grün, wie die Allianz aus Umwelt und Umsatz funktioniert. Die Chance auf einen wirksamen Schutz der Wasserressourcen ist darüber verdorrt und das strikte Sparprogramm seines Gouverneurs bleibt ein Tropfen auf den heißen Stein.

Der Wohlstand des trockenen Landes hängt zum großen Teil von der künstlichen Bewässerung ab. Kaliforniens Farmer füttern Millionen Amerikaner mit Obst und Gemüse, seine Winzer schicken den Wein aus Napa Valley in die ganze Welt. Ihr Gouverneur Jerry Brown schont diese Wirtschaftsmacht - und hat es deshalb um so schwerer, seinen Bürgern zu erklären, dass sie ihren Rasen welken lassen und weniger häufig duschen sollen.

Die Wassernot des goldenen Staates Kalifornien wirft ein gleißendes Licht auf die Grundlage unseres Wohlstandes, ob in den USA oder anderswo auf der Welt. Es ist eine gesunde Umwelt, in der Menschen im Einklang mit der Natur leben, nicht gegen sie.

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