Kommentar zu drittem "Hilfspaket" für Griechenland: Neuanfang, nichts sonst

Zwischen Griechenland und der Eurogruppe sollte es nach fünf Jahren Rettungspolitik nur noch ein Thema geben: den Ausstieg des Landes aus der Eurozone und den Neubeginn mit eigener Währung in eigener Verantwortung. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Neu an der jetzigen Situation ist nur, dass den Kreditgebern Griechenlands angesichts von 330 Milliarden Euro verfeuerten „Hilfen“ die gebende Hand zu zittern beginnt. Nichts ist besser geworden in Griechenland durch das viele Geld. Im Gegenteil.

Seit 2010 ist klar, dass Griechenland seine Schulden nicht zurückzahlen kann, weil es die günstigen Kreditbedingungen des Euro dazu genutzt hat, trotz miserabler Wettbewerbsfähigkeit absurd hohe Preise und Löhne zu etablieren. Seitdem wird der logische Konkurs des Landes verschleppt. Die gekaufte Zeit wurde zwar genutzt, aber anders als gedacht: Aus privaten Schulden wurden öffentliche. Europäische Regeln und Verträge wurden gedehnt und gebrochen, kostbares Vertrauen verschleudert.

Schon 2012 stand Griechenland genau dort, wo es auch heute wieder steht: im Bankrott. Damals mussten die Gläubiger einen Schuldenschnitt von fast 150 Milliarden Euro hinnehmen. Genützt hat dies nichts. Heute grassieren Armut und Arbeitslosigkeit. Sogar Tomaten muss das fruchtbare Land importieren.

Griechenland hat nichts im Euro zu suchen. Der Euro schadet dem Land, das Land schadet dem Euro.

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