Kommentar zum Tod eines Ex-Putin-Beraters in Washington: Spekulationen verbieten sich

Ein ehemaliger Berater von Präsident Putin wird im November in einem Washingtoner Hotelzimmer tot aufgefunden - und nun stellt sich heraus, dass er eines gewaltsamen Todes starb. Dazu ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert.

In einer Washingtoner Nobelherberge stirbt ein russischer Medienmacher und Präsidentenberater, eine schillernde Figur zwischen Politik und Kommerz, möglicherweise verwickelt in Geldwäsche und Korruption. Und nach über einem Vierteljahr stellt sich heraus, dass der Mann eines gewaltsamen Todes starb - ein Stoff wie geschaffen für den Großmeister des Spionagethrillers, John le Carré.

Aber in unserer medialen Welt, in der via Internet und in Minutenschnelle aus Spekulationen Skandale und aus Gerüchten Tatsachen werden können, sei vor voreiligen Schlüssen gewarnt. Auch die in solch undurchsichtigen Fällen gern gestellte Frage, wem der Tod Michail Lessins nützt, führt hier nicht weiter. Profitiert der Kreml, weil er den US-Behörden eine schleppende Aufklärung vorwerfen kann? Profitiert der Westen, weil man russischen Geheimdiensten einen weiteren Mord unterstellen kann?

Nein, solange so viele Fragen unbeantwortet sind, verbieten sich Spekulationen. Aufklärung ist ein mühsames Geschäft. Sie braucht Sachverstand, Akribie und manchmal einfach Zeit.

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