Kommentar zum Atomkonflikt mit Iran: Kontrolle ist besser

Bei den Atomverhandlungen mit dem Iran haben die Beteiligten auch nach Ablauf der selbst gesetzten Frist nach einer Kompromissformel gesucht. Ein Kommentar von Jörg Stephan Carl.

Warum fällt es so schwer, dem Iran zu trauen? Weil seine Führung jahrelang ihre Nuklearforschungen geheim hielt und so das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft in friedliche Absichten verspielte.

Nur noch Gutmütige glauben dem Iran, allein an der zivilen Nutzung der Kernenergie interessiert zu sein, zumal das Regime lange von einem Demagogen wie Mahmud Ahmadinedschad repräsentiert wurde und alle Kompromissangebote ablehnte. Daraufhin hatten Europäer und Amerikaner ihre Sanktionspolitik begonnen beziehungsweise verschärft.

Zugegeben, die zweifelsfreie Beweisführung, Iran stehe vor der Vollendung einer Atombombenproduktion, ist schwierig und dem Westen bisher nicht gelungen. Das wichtigste Indiz für ein solches Waffenprogramm ist die Zahl der für die Uran-Anreicherung zur Verfügung stehenden Zentrifugen. Diese waren deshalb ein zentraler Gegenstand der Verhandlungen in Lausanne.

Ob der Iran wirklich bereit ist, auf Zentrifugen zu verzichten, wird jedoch selbst beim Zustandekommen eines Abkommens erst die Kontrollpraxis offenbaren. Dazu muss Teheran die entscheidende Frage endlich beantworten: Lässt man internationale Kontrollen in allen Atomanlagen des Landes tatsächlich und langfristig zu und nicht nur – wie so oft bislang – auf dem Papier?

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