Kommentar zur Einigung bei der Bahn: Zwei Gewinner

Barbara Will über die Tarifeinigung bei der Bahn

Die Verträge sind unterschrieben, der Frieden wieder hergestellt. Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben ihren Tarifstreit beendet. Die Schlichter schafften, was kaum jemand noch glaubte: Beide Seiten können sich als Sieger fühlen. Ein Kommentar von Barbara Will.

Endlich: Der Tarifstreit bei der Bahn ist vom Tisch. Millionen Streik-genervter Fahrgäste atmen auf, die Lokführergewerkschaft GDL und die Bahn vermutlich auch.

Die Schlichter Bodo Ramelow und Matthias Platzeck haben eine besonders bockige Kuh vom Eis gezogen. Die Bahn kämpfte gegen ein Tarifdurcheinander, die kleine GDL um Einfluss.

Lesen Sie auch:

Tarifkonflikt bei der Bahn beendet

Mit dem Schlichtungsergebnis haben beide Seiten gewonnen.Die Lohnerhöhungen entsprechen denen, die von der Eisenbahngewerkschaft EVG im Mai ausgehandelt worden waren. Für gleiche Berufsgruppen gelten also die gleichen Regeln, egal, wo sie organisiert sind. Die Bahn hat damit ein wesentliches Ziel erreicht. Zudem gewinnt sie die Planungssicherheit, dass sich ein derartiger Arbeitskampf in den nächsten Jahren nicht wiederholten dürfte.

Doch auch GDL-Chef Claus Weselsky kann sich als Gewinner fühlen. Seine kleine Gewerkschaft schloss einen Rahmentarifvertrag für das gesamte Zugpersonal ab. Auch die Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes, das ihre Verhandlungsbefugnisse beschnitten hätte, ist erst einmal vom Tisch.

Die Schlichter haben als Anerkennung mindestens eine kostenlose Bahnfahrkarte für die nächsten Jahre verdient. Die Chancen, sie zu nutzen, stehen gut: Bis Ende September 2016 darf nicht mehr gestreikt werden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.