Kommentar zum Einstand der griechischen Regierung: Jeden Kredit verspielt

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Wie blank die Nerven in Brüssel zu liegen scheinen, zeigte der TV-Auftritt von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz am Mittwochabend. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

 Er habe „keinen Bock“ auf ideologische Debatten mit der neuen griechischen Regierung, sprach da ein vor Ärger bebender Schulz. Wenn das die Variante für die Öffentlichkeit war, dann möchte man sich den persönlichen Gedankenaustausch zwischen Schulz und Alexis Tsipras von gestern lieber nicht vorstellen.

Auch Schulz weiß, dass ein von Athen auf Biegen und Brechen angestrebter neuer Schuldenerlass nicht vermittelbar ist. Übrigens nicht nur in Deutschland. Was nichts daran ändert, dass Tsipras und seine Leute den jahrelangen Konsolidierungskurs der Eurozone innerhalb weniger Stunden unwiderruflich in die Tonne getreten haben.

„Ideologisch“ ist daran allerdings nichts. Es sei denn, man möchte die verzweifelte Ideensuche der Griechen nach maximalem Erpressungspotenzial gegenüber ihren Partnern als politisches Programm ansehen. Jetzt also vielleicht doch kein griechisches Ausscheren aus der EU-Politik gegenüber Russland? Wer’s glaubt. Athen hat jeden Kredit verspielt, politisch und im Wortsinne. Der Preis für ein Ende mit Schrecken der Eurozone in ihrer jetzigen Gestalt steigt.

Lesen Sie dazu auch:

- Schulz will mit Tsipras übers Sparen reden

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