Kommentar zur Energiewende: "Für Kunden wird es teuer"

Die Probleme bei der Energiewende gehen mal wieder richtig ins Geld. Denn die Rekordhitze macht Polen seit Tagen schwer zu schaffen. Und das werden die Stromkunden bei der Abrechnung zu spüren bekommen. Ein Kommentar von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Die Rekordhitze wird zum Stresstest für Stromnetze. Die Gründe: eine sehr hohe Produktion von Sonnenstrom aus Photovoltaik-Anlagen im Norden, viele Ökostromexporte nach Südosteuropa und enorme Probleme in Polen, wo die Kraftwerke heruntergefahren werden, weil die Flüsse zu wenig Wasser für die Kühlung führen.

Weil das alles zusammen die Leitungen verstopft, muss in Nordostdeutschland teilweise die Stromproduktion konventioneller Kraftwerke drastisch verringert werden. Dafür werden die Betreiber der Kraftwerke entschädigt – bezahlt vom Verbraucher über die Netzentgelte, die Teil der Stromrechnung sind.

Wie viel die Kunden künftig mehr zahlen müssen, ist offen. Es wird nicht wenig sein, denn die Ausgaben für die Entschädigung haben sich nahezu verdreifacht. Ökostrom ist zwar grundsätzlich erwünscht, aber die Kosten für die Unwägbarkeiten mit Sonne, Wind und Wasser sind nicht gerecht verteilt. Denn letztlich ist es auch ein unternehmerisches Risiko der Kraftwerksbetreiber.

Solange dies politisch so gewollt ist, bleibt dem Verbraucher nur die Möglichkeit, seine Stromrechnung durch Energiesparen und effiziente Geräte in den Griff zu bekommen. Doch die Förderung des Effizienzgedanken hat die Politik längst aus den Augen verloren. Sie scheint einzig auf die Erzeugung fixiert zu sein. So lange dies so ist, werden wir über die Stromkosten klagen und streiten, aber billigen Strom wird es nicht mehr geben. Doch wenn das Geld beim Kunden nicht reicht, sinkt die Akzeptanz.

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