Kommentar zur Energiewende: "Wirtschaftlichkeit aus den Augen verloren"

Martina Wewetzer zur Energiewende

Warnungen vor neuen Strompreissprüngen widerspricht Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Am Dienstag soll seine Ökostrom-Reform im Kabinett beschlossen werden - ein Kommentar von HNA-Redakteurin Martina Wewetzer.

Es gibt einfachere Aufgaben für Politiker als die Reform der Energiewende. Denn bei jedem Versuch, die Stellschräubchen der Strompreise neu zu justieren, tönt aus irgendeiner Ecke ein: Ja, aber.

Ob Verbraucher oder Unternehmer – die Belastung ist mittlerweile für alle enorm hoch. Und mit steigenden Preisen sinkt die Akzeptanz der Energiewende. Zwar gibt es für die Industrie Nachlässe bei der EEG-Umlage, aber es gibt kaum verlässliche Angaben darüber, wie sich die Umlage entwickelt, wenn immer mehr Energie aus Sonne und Wind eingespeist werden. Das hemmt bei Firmenchefs die Investitionslust, da die Kalkulation schwierig wird. Mit Kosten können Unternehmer umgehen, aber nicht mit Unsicherheit.

Daher ist es Zeit, dass sich die Politik nicht nur von Reförmchen zu Reförmchen tastet, sondern der Staat seine Einnahmen teilt. Steuern und Abgaben sind mittlerweile höher als die Kosten für Erzeugung, Transport und Vertrieb des Stroms zusammen. Offensichtlich hat die Politik die Wirtschaftlichkeit der Energiewende aus den Augen verloren. Reparaturversuche der Energiewende sind zu wenig. Es muss konsequent ein Förderausstiegspfad beschrieben werden. Die Erneuerbaren sollten sich zunehmend am freien Markt erproben. Und Firmenchefs müssten sich darauf einstellen, dass sie schrittweise stärker mit der regulären EEG-Umlage belastet werden.

Sonst sagt irgendwann der Verbraucher: Ja, aber nicht zu diesem Preis.  

E-Mail an die Autorin: mwe@hna.de

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