Helmpflicht? Na klar

Kommentar zur Fahrradhelm-Entscheidung des BGH: Sache der Vernunft

Bei einem unverschuldeten Unfall haben Radfahrer auch dann Anspruch auf vollen Schadenersatz, wenn sie keinen Schutzhelm getragen haben. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) gestern entschieden. Einen Helm zu tragen, ist trotzdem eine Sache der Vernunft, findet HNA-Redakteur Wolfgang Riek

Zweimal mit dem Fahrrad überschlagen, einmal selbst schuld, im anderen Fall war’s eine Autofahrerin, die ausparkte, ohne in den Rückspiegel zu blicken. Groß passiert ist nichts, auch dank Helm. Ich setze ihn ganz automatisch auf, so wie früher, bevor ich mein Motorrad angetreten habe. Andere Radler aus meinem Bekanntenkreis landeten erst in der Chirurgie, bevor sie Helmträger wurden.

Das BGH-Urteil ist kein Plädoyer für oder gegen den Fahradhelm, sondern lotet lediglich die Reichweite des Rechts auf Schadenersatz aus. Hier ging es also eher um einen Streit unter Versicherungen.

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Helmpflicht? Na klar, begleitet von Aufklärungskampagnen, und umso dringender, wenn 2011 erst elf Prozent der Radler einen Helm getragen haben. Das Ganze ist eine Sache der Venunft. Es zur Freiheitsdebatte hochzuspielen, wie die ADFC-Fahrradlobby es tut, ist maßlos übertrieben. Das erinnert an den Glaubenskrieg, der in den 1970er-Jahre um den Sicherheitsgurt tobte. „Gefesselt ans Auto“, titelte der Spiegel. So hoch gingen die Emotionen, dass der Gesetzgeber sich in den ersten Jahren der Gurtpflicht das Bußgeld verkniff.

Und heute? Anschnallquote über 95 Prozent, der Gurt erspart uns 3000 Verkehrstote jährlich, sagen Versicherer.

E-Mail an den Autor: wrk@hna.de

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