Kommentar zu den Ereignissen in Dänemark: "Der Terror vor der Tür"

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Am Sonntag kam es in der Dänischen Hauptstadt Kopenhagen zu einem Terrorangriff auf ein Kulturcafé in Kopenhagen und später zu Schüssen vor einer Synagoge. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteur Jan Schlüter.

Die Terrorattacken von Kopenhagen wirken fast wie eine Kopie der Attentate von Paris: blinder, mutmaßlich religiös motivierter Hass gegen Andersdenkende und das klare Ziel, ein Blutbad anzurichten. Auch die geplante Flucht des Täters und seine spätere Erschießung durch Sicherheitskräfte erinnern stark an Charlie Hebdo. Wieder fanden die Anschläge mitten in einer europäischen Hauptstadt statt, wieder richteten sie sich gegen Karikaturisten, die berufsbedingt mit ihrer Feder keine Rücksicht auf den Islam oder andere Religionen nehmen.

Es ist extrem beunruhigend, dass diese Art von Terror mit polizeilichen Mitteln kaum zu verhindern ist, zumal es sich wohl nicht um enge Netzwerke von Organisationen handelt, sondern um eher unabhängige Einzeltäter.

Es muss und darf im freien und demokratischen Europa weiterhin Diskussionsveranstaltungen wie in Kopenhagen geben – sonst hätten die Fanatiker ihr Ziel schon erreicht. Dennoch ist es richtig und verständlich, dass bei akuter Terrorgefahr auch öffentliche Feiern wie der Braunschweiger Karnevalsumzug aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Das ist keine Überreaktion, sondern vernünftig. Wer hätte im Falle eines blutigen Anschlages auf den Karneval dies verantworten wollen, wenn der Polizei zuvor konkrete Hinweise auf einen Anschlag vorlagen? Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, der islamistische Terror rückt bedrohlich näher.

Kontakt zum Autor: jas@hna.de

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