Kommentar zu den Ergebnissen der Landtagswahlen: Merkel muss jetzt liefern

Die AfD hat bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und vor allem in Sachsen-Anhalt viele Stimmen geholt. Ein Kommentar dazu von unserem Berlin-Korrespondenten Werner Kolhoff.

Ein größerer Teil der Nichtwähler hat mal wieder seine Stimme abgeben, meist aus Protest zugunsten der Alternative für Deutschland (AfD) - und das Ergebnis ist ein politischer Erdrutsch in drei Bundesländern.

Diese Republik ist nicht so stabil wie man dachte; knapp 1,5 Prozent Flüchtlingsanteil reicht schon, um die Leute in Wallung und das Land aus dem Lot zu bringen. Zudem war es in zwei Ländern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, nicht nur eine Protestwahl, sondern zugleich auch eine zugespitzte Personenwahl. Nur eine normale Landtagswahl mit normalen Landesthemen, das war es nicht. Und demzufolge gibt es auch keine normalen Ergebnisse.

Das Rennen um das Ministerpräsidentenamt hat mal die Grünen in ungeahnte - und nicht wiederholbare - Sphären katapultiert, mal die SPD gerettet. Jenseits von so starken Persönlichkeiten wie Winfried Kretschmann und Malu Dreyer sieht es für beide Parteien jedoch düster aus. Da sind sie sogar regelrecht marginalisiert, und das sollte nach diesem Wahlsonntag bei beiden das Thema sein. Bei den Grünen wird der Befund den alten Richtungsstreit beleben, bei der SPD hingegen die Ratlosigkeit vergrößern.

Für die Union lässt sich erst Recht keine direkte Handlungsanweisung aus diesem für sie so katastrophalen Sonntag ableiten. Haben nicht Reiner Haseloff, Guido Wolf und Julia Klöckner gegen den Flüchtlingskurs der Kanzlerin opponiert? Mit dem Ergebnis, dass der eine vorne liegt, die anderen aber nicht.

Es gibt nur eine Lehre, nämlich dass es mit der baldigen Verringerung des Flüchtlingszustroms und der Integration der schon vorhandenen Flüchtlinge nun aber wirklich klappen muss. Angela Merkel steht in dieser Frage jetzt noch mehr als bisher unter Erfolgsdruck.

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