Kommentar zur Erhöhung des Briefportos: "Adieu, Liebesbrief"

Hagen Strauß

Briefe zustellen wird im nächsten Jahr erneut teurer: Die Deutsche Post will zum 1. Januar die Preise erhöhen. Das Porto für einen Standardbrief innerhalb Deutschlands soll zum 1. Januar 2015 von 60 auf 62 Cent steigen. Ein Kommentar von Hagen Strauß.

Dass die Post erneut das Porto erhöht, verwundert nicht: Der Brief ist ein Auslaufmodell. Viele werden das bei sich selber feststellen können, wenn sie sich daran erinnern, wann sie das letzte Mal zu Papier und Stift gegriffen haben, um einen Brief zu schreiben. Ewig dürfte das her sein. Und wer läuft noch los und besorgt Marken, wenn er rasch eine Mail oder eine SMS versenden kann? Selbst der Liebesbrief ist out. Schade eigentlich.

Freunde des geschliffenen Wortes werden das beklagen, weil durch den technischen Fortschritt auch ein Kulturgut verloren geht – wenn nicht sogar die Fähigkeit, mit der Hand (schön) zu schreiben. Die Tastatur dominiert das Leben. So ist die schöne neue Welt der sozialen Netzwerke. Darauf reagiert die Post jetzt. Die zwei Cent mehr sind freilich hinnehmbar, wenn dadurch das System Brief einigermaßen aufrechterhalten werden kann. Vor allem für jene, die mit dem Internet oder Handy nichts am Hut haben.

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