Kommentar zur Erhöhung der Krankenkassenbeiträge: Prinzip überreizt

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Es scheint kaum noch ein Weg daran vorbei zu führen, dass die Beiträge der Kassen 2016 erhöht werden. Das darf nicht allein zu Lasten der Versicherten gehen, meint HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl

Es ist gerade drei Monate her, da bestritt Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), dass die Kassenbeiträge steigen würden. Nun ergibt sich aus dem Finanzplan seines Kollegen Schäuble, dass die Bundesregierung sehr wohl damit rechnet.

Der Beitragzahler muss das nicht verstehen: Wenn die Steuereinnahmen nur so sprudeln, der Arbeitsmarkt Vollbeschäftigung verzeichnet, dann dürfte es bei den Krankenkassen eigentlich kaum so spürbar bergab gehen. Zumal der normale Beitragszahler ohnehin immer mehr Leistungen aus der eigenen Tasche bezahlen muss. Manch einer kann sich kaum noch erinnern, dass es auch mal einen Zuschuss zur Brille gab.

Dafür gibt es heute Kassen, die den Kauf der AppleWatch subventionieren, als sei deren Besitz schon Vorbeugung vor Gesundheitsschäden. Und kaum einer kann überblicken, ob hochpreisige Medikamente immer sinnvoll sind oder hauptsächlich die Kassen der Pharmakonzerne füllen.

Arbeitgeber braucht das nicht mehr zu kümmern, ihr Beitrag ist eingefroren. Das kann so aber nicht bleiben. Mehr zahlen müssen sonst allein die Versicherten. Wer das will, überreizt das Solidarprinzip.

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