Kommentar zu Erregung im Internet und Faktensuche: Das jüngste Gerücht

Die Empörung im Internet ist gewaltig. Ein junges Mädchen soll in Berlin vergewaltigt worden sein, beschuldigt werden Flüchtlinge. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Wolfgang Riek.

Gerüchte machen im Internet blitzschnell Karriere - gezielt gestreut oder in sozialen Netzwerken geteilt und geliked. Das Tempo, mit dem Shitstorms und andere Erregungswellen durchs Netz toben, lässt kaum Zeit, ihre Ursprünge zu prüfen, harte Nachrichten von gezielter Propaganda und Schwachsinn zu trennen.

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„Schweigekartell“ von Polizei und Medien, was kriminelle Flüchtlinge angeht? Auch wenn Pegida-Kreise solche Vorwürfe gerne verbreiten, macht sie das nicht wahrer. Das Perfide: Sich mit Fakten zu wehren ist zwecklos, in den Augen der Verschwörungstheoretiker nur Teil des angeblichen Lügenkomplotts.

Berliner Behörden und Polizei haben längst dementiert, dass ein 13-jähriges deutschrussisches Mädchen von Flüchtlingen vergewaltigt wurde.

Wer das Gegenteil glaubt, will es glauben - und Demos sind schnell zusammengetwittert. Auch die rechtsextreme NPD interessiert sich für den Fall.

Dass nun sogar Sergej Lawrow, Russlands Außenminister, öffentlich nach „Wahrheit und Gerechtigkeit“ ruft und doch unterschwellig Zweifel schürt, ist scheinheilig und gießt nur Öl ins Feuer deutscher Innenpolitik.

Der Chefdiplomat des Kremls weiß natürlich, was er da tut. Die Berliner Polizei weiß es auch: Sie klärt auf – das dauert aber länger als Gerüchte zu streuen.

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