Kommentar zu Euroflaute und Griechenland-Austritt: Alternativlos war mal

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Euroflaute, Niedrigzins und Griechen-Austritt aus dem Euro: Dazu ein Kommentar von dem Chef der HNA-Nachrichtenredaktion Tibor Pézsa.

Aus Verbrauchersicht könnten diese Nachrichten kaum besser sein: Der sinkende Ölpreis drückt die Teuerung gegen null. Heizen und Tanken sind günstig wie lange nicht mehr. Die Löhne sind zuletzt schneller gewachsen als die Preise. Und weil die Amerikaner ihre Geldpolitik wieder straffen, strömt das Kapital auf seiner ständigen Suche nach Zins und Zinseszins aus dem Euroflutgebiet in Richtung des knapper, also wertvoller werdenden Dollars. Gewiss: Das Reisen außerhalb Eurolands wird teurer. Das trifft immerhin keine armen Leute.

Sogar der sinkende Eurokurs bietet hierzulande noch Vorteile, jedenfalls für die exportierende Wirtschaft, deren Produkte im Ausland erschwinglicher werden. Das sichert Arbeitsplätze, erweitert Spielräume für Investitionen.

Doch das europäische Eis, auf dem die deutsche Winterparty stattfindet, ist dünn. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank droht unzählige Altersvorsorgepläne zu vernichten. Rentner, Sparer, Mieter sehen sich von der Nullzinspolitik gedrängt, jetzt zu kaufen, statt sorgsam zurückzulegen. Vermögensaufbau durch Sparen wie früher geht nicht mehr.

Und nun soll plötzlich auch aus Sicht der Bundeskanzlerin möglich sein, was bislang alternativlos als Hirngespinst rechter Eurokritiker verleumdet wurde: der Austritt eines Eurolandes aus der Währungsgemeinschaft. Vertrauen weckt das nicht, im Gegenteil. Das Ende der Party rückt in den Blick. Und damit die Frage, wem wohl die Rechnung zugestellt wird. Kein Wunder, dass die Märkte beben.

Lesen Sie dazu auch:
- EU-Kommission: Austritt Griechenlands nicht möglich

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