Ab nach Afrika

Kommentar zu Europa und dem Bürgerkrieg in Zentralafrika: Ab nach Afrika

Detlef Drewes über Europa und den Bürgerkrieg in Zentralafrika

Die Europäische Union will Truppen in die vom Bürgerkrieg geschüttelte Zentralafrikanische Republik schicken. Ein Kommentar dazu von Detlef Drewes.

Die Situation in Zentralafrika ist mit den Worten humanitäre Katastrophe oder politisches Chaos nur unzureichend beschrieben. Hier ertrinkt ein Land in Gewalt und Blut. Irgendwann wird jemand auf die Idee kommen, die führenden Köpfe in Den Haag vor das Internationale Strafgericht zu stellen. Man wird Verbrechen wie Rekrutierung von Kindersoldaten, Massenexekutionen, Massenmord und Kriegsverbrechen auflisten. Aber man muss sich dann auch fragen: Haben wir alles getan, was möglich gewesen wäre, um den Opfern zu helfen?

Sicherlich kann es nicht Aufgabe der europäischen Staaten sein, in allen Teilen der Welt Feuerwehr zu spielen. Doch das Beispiel zeigt, wie unbeweglich Europas Außenpolitik ist, wenn es um einen solchen, von allen unterstützten Einsatz in einer Krisenregion geht. Beim Dezember-Gipfel scheiterte die Union letztlich genau an diesem Egoismus, den man auch Nationalismus nennen kann: Die eigenen Truppen werden nicht aus der Hand gegeben.

Dabei geht es gar nicht darum, Brüssel mit einem militärischen Arm auszustatten. Aber es muss sehr wohl möglich sein, einer humanitären und politischen Katastrophe zu begegnen, bevor ein Land derart ausgeblutet ist, dass man niemanden mehr zu schützen braucht.

nachrichten@hna.de

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