Kommentar zur europäischen Drohne: Richtiger Weg

Noch in diesem Jahr will Deutschland eine Vereinbarung über die Entwicklung einer europäischen Kampfdrohne unterzeichnen. Dazu ein Kommentar von HNA-Korrespondent Werner Kohlhoff.

Von jeher war die Entwicklung von Waffen darauf ausgerichtet, einerseits ihre Wirksamkeit zu erhöhen, entweder im Sinne möglichst großer Zerstörung oder möglichst großer Zielgenauigkeit, und andererseits das eigene Risiko zu minimieren, meistens durch Distanz. Der Einsatz von Drohnen auf dem Schlachtfeld bedeutet kein abstrakteres Töten als das Drehen am Schlüssel für die Interkontinentalrakete oder das Abschießen einer Panzergranate.

Die Entscheidung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, bewaffnungsfähige Drohnen jetzt zu entwickeln und also auch anzuschaffen, ist richtig. Es wäre fahrlässig, den deutschen Soldaten diese Möglichkeit der Aufklärung und auch gezielten Zerstörung und Tötung vorzuenthalten.

Richtig ist ebenfalls, eine europäische Eigenentwicklung vorzunehmen. Die schlechte Erfahrung mit dem amerikanischen Euro-Hawk hat gezeigt, dass eine allzu große Abhängigkeit von den USA in dieser Frage nicht nützlich ist. Dem Euro-Hawk wurde die Zulassung für den europäischen Luftraum nicht zuletzt deshalb verweigert, weil die Amerikaner nicht alle technischen Details der Maschine herausrücken wollten. Eine Drohne aber, die nicht fliegen darf, oder für die der ganze Luftraum jeweils gesperrt werden muss, nutzt keinem.

E-Mail an den Autor: Nachrichten@hna.de

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- Europäer wollen eigene bewaffnungsfähige Drohne

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