Bestätigung der Großen Koalition

Kommentar zum Ausgang der Europawahl in Deutschland: Schwüle bei der Union

Tibor Pézsa (E-Mail: tpa@hna.de)

Europawahl in Deutschland: Erwartungsgemäß erzielte die Union die meisten Stimmen. Die SPD legte zu. Und die AfD etabliert sich als ernste Konkurrenz. Ein Kommentar von Tibor Pézsa, Leiter der HNA-Nachrichtenredaktion, zum Wahlausgang in Deutschland.

Und das soll ein reinigendes Gewitter gewesen sein? Wohl kaum. Gewiss ist der AfD gestern Abend ein eindrucksvolles Wetterleuchten gelungen. Siehe da: Die Bundeskanzlerin hatte nicht recht, es gibt doch eine Alternative. Und so wie es aussieht, wird die AfD die Republik auch noch eine Weile begleiten. Aber mehr geschah erst mal nicht.

Der Erfolg der AfD erschüttert weder die Bundesrepublik noch die EU. Das Gleiche gilt übrigens für den Erfolg der SPD, die sich so sehr über ihr sechstbestes Ergebnis von acht Europawahlen seit 1979 freut, als habe das europäische Volk Martin Schulz gestern untertänigst gebeten, den EU-Kommissionsvorsitz zu übernehmen.

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Also nichts gewesen außer Spesen - jedenfalls bei uns in Deutschland? Auf den ersten Blick mag es so scheinen. Tatsächlich kann sich die große Koalition bestätigt fühlen - die Union als Garant größtmöglicher politischer Stille, die SPD für selbstbewusstes Regierungshandeln, was immer die Medien darüber schreiben.

Doch die Stimmung im politischen Deutschland bleibt auch nach der Europawahl schwül. Und das liegt an der Union, deren Probleme bei der Europawahl nicht zufällig mit ihrer Abgrenzung von der AfD zusammenhängen. Angela Merkel hat die Union mit ihrem Sozialdemokratisierungs-Kurs in eine strategische Falle geführt. Links und rechts werden die Originale sichtbar, die AfD mit solidem Bundestags-Potenzial, wie es jahrzehntelang der FDP zu übergroßem Einfluss verhalf.

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