Kommentar zum Fahrverbot für Steuerbetrüger: "Absurder Vorschlag"

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Hagen Strauß zum Führerscheinentzug als Strafe für Steuersünder

Steuerbetrüger sollen nach dem Willen von Justizpolitikern künftig auch mit Führerscheinentzug bestraft werden. Dazu ein Kommentar unseres Berliner Korrespondenten Hagen Strauß.

Das Auto soll ja des Deutschen liebstes Kind sein. Und weil das angeblich so ist, ist der Entzug des Führerscheins aus Sicht einiger Justizminister so etwas wie die persönliche Höchststrafe - mehr noch als Knast oder eine satte Geldbuße. Verkehrs- und Strafrecht sollten aber nicht krampfhaft vermengt werden. Die Idee, Steuersündern den Lappen zu entziehen, ist absurd.

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Zumal die ministeriellen PS-Ritter den Nachweis schuldig bleiben, dass die Drohung mit einem Fahrverbot überhaupt abschreckend wirkt. Genauso gut kann man doch behaupten, dass umgekehrt ein Schuh draus wird: Viele Kriminelle könnten sich geradezu ermutigt fühlen, weil es schöner und angenehmer ist, ein paar Monate zu Fuß zu gehen, anstatt die Zeit hinter schwedischen Gardinen zu verbringen oder eine Geldbuße zu zahlen. Vor allem, wenn man einen Führerschein besitzt, aber kein Auto. Was dann? Will man dann auch so weit gehen, demnächst Handys einzuziehen? Hoffentlich nicht.

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