Kommentar zu Fahrverboten als Strafe: Wunder Punkt

Strafen sollen die Taten von Kriminellen sühnen und sie davon abhalten, weitere zu begehen. Soweit die Theorie. In der Praxis nötigen die verhängten Strafen den Tätern oft nur ein müdes Lächeln ab.

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Denn die Richter stecken nicht selten in einem Dilemma: Eine Freiheitsstrafe, die Täter vielleicht tatsächlich abschrecken würde, wird bei der so genannten Kleinkriminalität als unverhältnismäßig empfunden.

Geldstrafen erzielen dagegen kaum eine erzieherische Wirkung. Abgemildert wird der Abschreckungseffekt zudem dadurch, dass die Taten oft erst nach Monaten verhandelt werden.

Der - zugegeben nicht mehr ganz neue - Vorstoß von Justizminister Busemann, die Lücke zwischen Geld- und Freiheitsstrafen mit der Strafe Fahrverbot zu füllen, dürfte Kriminelle dagegen an einem wunden Punkt treffen.

Ein Fahrverbot als Quittung für Diebstahl oder Körperverletzung würde die Täter in ihrer Mobilität einschränken und sie vorübergehend des Statussymbols Nr. 1, des Autos, berauben. Als unfreiwillige Fußgänger und Tram-Passagiere hätten die Täter dann reichlich Zeit, darüber nachzudenken, ob sie weitere autolose Monate riskieren wollen.

ket@hna.de

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