HNA-Meinung

Kommentar zum Elterngeld Plus: Familienpolitik neu denken

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Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl kommentiert das Elterngeld Plus.

Das Elterngeld Plus ist für viele ein Erfolg - gerecht ist es nicht unbedingt, Geld mit der Gießkkanne zu verteilen, sagt HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

Natürlich ist es ein Erfolg, wenn sich die Zahl derer verdoppelt, die Elterngeld Plus in Anspruch nehmen, um Familien- und Erwerbsarbeit unter einen Hut zu bringen. Dass die Zahl der Väter langsam wächst, die bereit sind, zugunsten der Kinderbetreuung auf Einkommen zu verzichten, ist ebenfalls erfreulich. Zeugt es doch davon, das auch die andere Seite, nämlich die Arbeitgeber, die nötige Bereitschaft zeigen, Teilzeitarbeit zu akzeptieren.

Und doch fragt sich auch bei diesen Zahlungen, ob all die unterschiedlichen Leistungen für Familien mit ihren umfangreichen Regelwerken auch gerecht sind. Selbst wer sehr viel Geld verdient, hat Anspruch auf Elterngeld. Muss das sein? Für diejenigen, die am wenigsten haben, kommt jedenfalls nichts heraus. Denn das Elterngeld wird – wie auch das Kindergeld – auf Hartz-IV angerechnet. Das heißt, für arme Familien ist die Leistung ein Nullsummenspiel.

Auch wenn das Elterngeld Einkommen ersetzen und keine Sozialleistung sein soll, ist es doch einmal mehr Geld, das mit der Gießkanne verteilt wird. Es wird deshalb Zeit, dass über Familienpolitik einmal grundsätzlich neu nachgedacht wird, statt immer neue Leistungen zu erfinden. Das wäre eine wahre Aufgabe für eine Koalition, deren Partner an mehr denken, als daran, ihre jeweils eigene Klientel zu befriedigen.

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