Kommentar zu fehlenden Defibrillatoren bei der Deutschen Bahn

+
Der Defibrillator: Er wird auch als Schockgeber bezeichnet. Durch seine Stromstöße kann er dafür sorgen, dass das Herz eines Patienten wieder zu schlagen beginnt.

Kürzlich im Zug von Würzburg nach Kassel: Ein Mann bricht zusammen. Ein Defibrillator hätte schnellere Hilfe gebracht als übliche Reanimation. Ein Kommentar von Max Holscher.

Überlegen Sie mal, wo in Ihrer Nähe der nächste Defibrillator steht? Sie wissen es nicht? Dann geht es Ihnen wahrscheinlich wie vielen Menschen. Eigentlich erschreckend, schließlich geht es um Leben und Tod. Im Zweifel würde man einfach den Notarzt rufen. Im Zug geht das nicht.

Millionen Menschen nutzen täglich dieses Transportmittel. Bis im Ernstfall ein ICE an der nächsten Station gehalten hat, kann es ewig dauern. Aber die Bahn ist nicht verpflichtet, die Laien-Defibrillatoren, die jeder bedienen könnte, bereitzustellen.

Vielleicht lohnt trotzdem ein Nachdenken darüber. Genauso wie über die dünnen Argumente der Bahn: Die Züge seien zu lang, weshalb man nicht schnell genug beim Patienten sein könnte. Gegenargument: Stellt doch statt einem einfach zwei Geräte auf. Auch die Angst vor Vandalismus ist entkräftbar. In der Münchener U-Bahn sind nach einem Jahrzehnt keine Schäden bekannt geworden.

Es mag sich um Ausnahmen handeln, bei denen Menschen im Abteil umkippen. Aber wenn, dann bedeutet der Einsatz dieses Gerätes doch eines: Menschenleben.

Mail an den Autor:  mho@hna.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.