Kommentar zur Finanzierungsreform der Krankenkassen: Geldtöpfe hin und her

Wolfgang Riek über die nächste Kassenreform

Das Bundeskabinett hat eine Reform der Kassenfinanzierung auf den Weg gebracht. Der Beitragssatz soll sinken, die Kassen sollen Zusatzbeiträge einnehmen können. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteur Wolfgang Riek

Die gute Konjunktur hat auch den Krankenkassen ihre finanziellen Rücklagen aufgepolstert. Alte Zusatzbeiträge, eine Krücke schwächelnder Kassen, sind längst passé. Nun soll auch die 0,9-Prozent-Sonderpauschale weg - um zugleich jeder Kasse die Tür für individuelle Extrazuschläge zu öffnen. Krankenkassen-Reform heißt meist, Geldtöpfe hin- und herzuschieben sowie neu zu justieren, wie sie von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Steuerkassen gefüllt werden.

Die alte Kopfpauschalen-Idee der CDU - Sekretärin zahlt genauso viel wie ihr Chef - hat Gesundheitsminister Hermann Gröhe gestern bis auf weiteres begraben. Das hat die SPD durchgesetzt. Dafür darf sie sich ärgern, dass der Arbeitgeberanteil am Kassenbeitrag nicht steigt.

Ein Gewinner der Reform steht schon fest: Finanzminister Wolfgang Schäuble schafft seinen Traum vom Haushalt ohne neue Schulden nur durch Kürzung seiner Kassenzuschüsse - wenn überhaupt.

Und wir Versicherte? Wir können wie bei Strom, Gas oder Telefon mit rechtzeitigem Kassenwechsel ein paar Euro sparen und wissen doch, dass die Kosten des Gesundheitswesens weiter wachsen - wie nach allen vorausgegangenen Reformen. Die Lücke im Kassenbudget dürfte nach offiziellen Schätzungen 2017 schon zehn Milliarden Euro betragen. Steigende Zusatzbeiträge kommen so sicher wie das Amen in der Kirche.

Email an den Autor: wrk@hna.de

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