Kommentar zur Flüchtlingsdebatte im Landtag

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Im Landtag in Wiesbaden ging es am Dienstag um die Herausforderung, die die Zuwanderung für die Kommunen in Hessen bedeutet. Dazu ein Kommentar von Maximilian Holscher.

Selten waren sich die Fraktionen so einig. Ja, es ist eine Aufgabe, welche Hessen in dieser Dimension noch nie zu lösen hatte. Deshalb ist es gut zu wissen, dass die meisten Politiker die Flüchtlingsfrage geschlossen angehen wollen. Sie werden aber kaum Zeit haben, Luft zu holen. Die vor Deutschland liegende Aufgabe gleicht einem Marathon. Und der Startschuss ist erst gefallen.

Eine große Herausforderung wird sein, wenn tausende Menschen, die bleiben dürfen, auf die Kommunen verteilt werden. Dann beginnt erst die Integration, vor allem über Sprache und Arbeit. Doch nur wenige Zuwanderer können Englisch, geschweige denn Deutsch. Nicht einmal jeder zehnte Flüchtling soll so qualifiziert sein, dass er direkt arbeiten könnte. Der syrische Arzt ist nicht der Normalfall.

Umso wichtiger ist es, in der Debatte offen zu sein. Da hat Bouffier Recht: Es muss möglich sein, Fragen zu stellen, die unangenehm sind - ohne in einer linken oder rechten Ecke zu landen. Damit ist die Politik aber auch in der Bringschuld: Wer polemischen Debatten vorbeugen will, muss früher und ehrlicher informieren, anstatt - wie so oft in Krisensituationen - auf Salamitaktik zu setzen.

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