Kommentar zum Flüchtlingsdrama: Es sind Menschen

Neues Flüchtlingsdrama im Mittelmeer, von möglicherweise 400 Toten ist die Rede. Dazu ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Der Junge aus Somalia ist noch kein Jahr in Deutschland, da kann er schon fließend Deutsch. Nach jahrelangem Bürgerkrieg ist seine Familie mittlerweile über die halbe Welt zerstreut. Der Junge, der sich in in unserer Region auf seinen voraussichtlich sehr guten Realschulabschluss vorbereitet, ist vor allem in den Naturwissenschaften mit ihrem strukturierten, logischen Denken begabt. Er möchte das Fach-Abi machen, will Informatiker werden. Nur mit den Versformen der klassischen Antike quält er sich zurzeit etwas herum. Vor kurzem hat er gefragt: Muss jeder Deutsche wissen, wie ein Daktylus in den homerischen Epen funktioniert? Ein Flüchtling, der bald keiner mehr ist.

Da kommt was zu auf Europa und somit auch auf Deutschland. Wir alle können mithelfen, dass Flüchtlinge bei uns Erfolg haben - so wie der Junge aus Somalia. Das ändert aber nichts daran, dass wir nicht alle Flüchtlinge aufnehmen können. Dass wir eine gerechtere Lastenverteilung in der EU brauchen. Dass Deutschland endlich ein Einwanderungsgesetz braucht, auch mit Blick auf seinen Bedarf. Nur so können wir der epochalen Flüchtlingskatastrophe begegnen: auf allen Ebenen, politisch, aber eben auch menschlich.

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