Kommentar zur Flüchtlingskrise: Nicht winterfest

Man solle sich in der EU nicht gegenseitig Vorwürfe machen, sondern gemeinsam an Lösungen für die Flüchtlingskrise arbeiten. So sprach die Bundeskanzlerin.

Was sie nicht daran hinderte, die deutsche Mitverantwortung für die unhaltbare Situation der Flüchtlinge in Budapest zu bestreiten. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Die Kanzlerin hat Recht und Unrecht zugleich. Es macht wenig Sinn, den Ungarn vorzuwerfen, dass sie die Bestimmungen der Schengener und Dubliner Abkommen durchsetzen wollen, wenn Griechen, Italiener und andere das längst nicht mehr tun.

Wenn Berlin aber, wie geschehen, ankündigt, dass alle syrischen Flüchtlinge sowieso in Deutschland bleiben können: Warum sollen dann die überforderten EU-Partner auf der Balkanroute zumindest die Syrer nicht gleich weiterwinken nach Deutschland?

Die Idee, Flüchtlinge in Europa wie Stückgut zu verteilen, ist zum Scheitern verurteilt. Die Flüchtlinge haben gewiss nicht den Terror in Syrien überstanden, um sich von Brüsseler Bürokraten vorschreiben zu lassen, wo und wie sie zu leben haben.

Kein Wunder, dass sich die europäischen Staaten in diesem Chaos zunehmend selbst helfen. Welche Regierung könnte sich auch etwas anderes leisten? Doch die Summe der nationalen Egoismen ergibt nun einmal keinen.

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