Brutaler Umgang mit Terrorverdächtigen

Kommentar zum Folterbericht der CIA: Fehlende Argumente

Der Bericht über den teils brutalen Umgang mit Terrorverdächtigen in CIA-Gefängnissen ist veröffentlicht worden. Ein Kommentar dazu von Politikredakteur Max Holscher.

Die USA haben in den vergangenen Jahren viel von ihrer Glaubwürdigkeit als Verteidiger der westlichen Werte eingebüßt. Die Details zu den umstrittenen Verhörmethoden der Geheimdienste, die jetzt im Bericht des Geheimdienst-Ausschusses zu lesen sein sollen, dürften das Image erneut schwer beschädigen.

Dennoch: Die Regierung ist aus mehreren Gründen gut beraten, zu veröffentlichen, was geschah. Waterboarding, Schlafentzug und Lärmterror. Das war und ist alles bekannt. Neu ist aber, dass der Bericht mit dem Argument der Bush-Regierung aufräumt, die diese Verhöre zu verantworten hatte: Dass die Verhöre Leben gerettet hätten. Das schrieb George W. Bush in seiner Biographie.

Es ist ein bitterer, aber heilsamer Weg zurück ins Recht. Denn anders als die Republikaner behaupten, hilft die Veröffentlichung der Details über die Verhörmethoden der Propaganda der Extremisten nicht. Im Gegenteil, es widerlegt sie. Viel verlockender wäre doch gewesen, wenn das Feindbild Amerika die Fakten weiterhin unter der Decke gehalten hätte.

Das hat die aktuelle Regierung erkannt. Zeit für Schulterklopfer ist es aber noch nicht - auf dem langen Weg zurück zur Glaubwürdigkeit.

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Rubriklistenbild: © HNA

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