HNA-Meinung

Kommentar zum Freispruch von Christian Wulff: Es bleibt ein fader Nachgeschmack

Zwei Jahre nach seinem Rücktritt als Bundespräsident ist Christian Wulff vom Korruptionsvorwurf freigesprochen worden. Das Landgericht Hannover urteilte am Donnerstag, für den Vorwurf der Vorteilsannahme im Amt gebe es keine Belege. Ein Kommentar von Martina Wewetzer.

Ex-Bundespräsident Christian Wulff ist freigesprochen. Eindeutige Beweise für eine Straftat konnten die Staatsanwälte im Korruptionsprozess nicht vorlegen. Der Freispruch ist somit nur gerecht, aber er kommt zu spät.

Das Gericht hatte einzig zu klären, ob Wulff sich der Vorteilsannahme schuldig gemacht hat oder nicht. Und dabei ging es am Ende einzig um ein Wochenende auf dem Oktoberfest mit Filmproduzent David Groenewold und nicht um Reisen nach Sylt, nach Mallorca, einen Hauskredit - also all die Unklarheiten, die zur Zeit seines Rücktritts im Raum standen.

Aus damaliger Sicht war es notwendig, dass die Staatsanwaltschaft überprüft, wie nah Wulff den Großen in der Wirtschaft wirklich stand. Da sich aber seitens der Ermittler keine handfesten Beweise für den Vorwurf der Vorteilsannahme rund um den Besuch des Münchner Oktoberfestes finden ließen, hätten die Staatsanwälte in Hannover das Verfahren zu einem viel früheren Zeitpunkt einstellen müssen. Somit bleibt von dem Prozess ein fader Nachgeschmack.

Aus diesem Urteil lässt sich aber nicht ableiten, dass Wulff auch als Bundespräsident zu Unrecht zurückgetreten ist. Dies hat er im wesentlichen sich selbst zuzuschreiben, denn ihm fehlte nicht nur das Gespür für den Umgang mit der Krise und daraus resultierend auch die notwendige Rückendeckung aus Politik und Gesellschaft. mwe@hna.de

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