Kommentar zum Fukushima-Gau vor fünf Jahren: Lehren des Desasters

Mehr als 100.000 Menschen mussten nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima wegen radioaktiver Strahlung in der Region ihre Häuser verlassen.

Viele wohnen noch in Containern und wollen trotzdem nie mehr zurück. 30 bis 40 Jahre kann es nach Angaben des Fukushima-Betreibers Tepco dauern, bis das Kraftwerk endgültig gesichert ist. Was immer das konkret heißen soll.

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Zwei Zahlen nur, die die monströse Dimension der dreifachen Kernschmelze vor fünf Jahren verdeutlichen. Und die unterstreichen, welchem Fahrplan der Irrweg vom angeblich sicheren und billigen Atomstrom von Anfang an folgte: Gewinne den Privaten, Verluste der Allgemeinheit aufbürden, aus Staatskassen reparieren lassen, sofern – etwa an den gesundheitlichen Folgen radioaktiver Strahlung – überhaupt etwas zu reparieren ist. Japan wird unter diesem Joch noch Generationen ächzen.

Was uns der Blick zurück auf Fukushima lehrt: Angela Merkels Atomausstieg unter dem Eindruck der Katastrophe mag übereilt und in Teilen konfus gewesen sein. Richtig war er trotzdem, weil jeder Meiler, der in Deutschland vom Netz geht und abgebaut wird, das Risiko eines Atomunfalls auf deutschem Boden wenigstens etwas mindert.

Auf null verschwinden wird es noch lange nicht. Und was an finanziellen Atom-Folgelasten auf Deutschland zukommt, wenn die Energiekonzerne vielleicht längst Geschichte sind, ahnt man spätestens seit der Debatte um die Sicherung der Rückstellungsmilliarden.

Die Chance dabei: Deutschlands Energiewende kann anderen Ländern als Fahrplan zum Besseren dienen. Auch Japan, wenn es denn irgendwann die richtige Lehre aus Fukushima zieht.

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