Kommentar zum G7-Gipfel und Gegendemos: Zweierlei Bühnen

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Beim G7-Gipfel spielt neben dem Kampf gegen die Armut das Verhältnis zu Russland eine große Rolle. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Wolfgang Riek.

Brot für die Welt und Naturschützer, Attac und der bayerische Flüchtlingsrat, die katholische Pax-Christi-Friedensbewegung oder Öko-Bauern - das sind gemeinhin Leute, die für ernste Anliegen dicke Bretter bohren müssen, aber nicht mit Prügeln auf Polizisten losgehen.

Sie waren die übergroße Mehrheit und degradierten den Schwarzen Block zur Splittergruppe vor den Toren von Elmau. Weit vor den Toren - dafür sorgten das wohlüberlegte Polizeikonzept und eigene Einsicht unter Protestierern: Etliche Demogruppen nannten die Natur rund um Elmau so sensibel, dass man sie lieber schone.

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Dafür sorgte auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof, der eine Mini-Demo von 50 Aktivisten in Hör- und Sichtweite der Staatenlenker untersagte. Der Grund: Die Demonstranten wollten nicht in Polizeiautos durch die innere Sicherheitszone gefahren werden, sondern unbedingt zu Fuß anmarschieren. Das Verbot ist zu verschmerzen. Merkel, Obama und Kollegen wären kaum ans Fenster gekommen, um mal zuzuhören.

Die Bühne oben im Schloss hatte mit der Bühne des Protests nichts zu tun - anderes zu hoffen, wäre Kinderglaube. Viel wichtiger für die Anliegen der Gipfel-Kritiker als die direkte Konfrontation mit denen da oben war deshalb der Münchner Gegengipfel mit Themen-Workshops. Noch wichtiger war das Ausbleiben gewalttätiger Straßenschlachten - Fernsehbilder und Schlagzeilen dazu hätten jegliche Themen des Protests allemal unter sich begraben.

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