Kommentar zu Gaucks Vorbehalten gegenüber der Linkspartei: "Seine eigene Sicht"

In Thüringen könnte es erstmalig einen linken Ministerpräsidenten geben. Bundespräsident Joachim Gauck, der selbst in der DDR gelebt hat, äußerte sich demgegenüber am Wochenende kritisch. Dazu ein Kommentar von HNA-Korrespondent Hagen Strauß.

Hagen Strauß zu Gaucks Vorbehalten gegen die Linkspartei

Joachim Gauck ist kein Freund der Linkspartei, das ist bekannt. Genauso wenig ist die Linke ein Anhänger des Präsidenten. Beides überrascht nicht, wenn man Gaucks ostdeutsche Biografie und die Entstehungsgeschichte der Linkspartei gegenüberstellt. Da wächst nichts mehr zusammen, weil nichts zusammengehört.

Insofern hat der Bundespräsident seine eigene Sicht auf die Linke. Die hat er jetzt formuliert. Nicht polternd. Sondern wie es seine Art ist: nachdenklich. Das macht Gaucks Anmerkungen aber nicht besser. Er muss überparteilich sein. Er darf Anstöße geben und sich auch in Debatten einmischen, aber nicht parteipolitischen Einfluss nehmen wollen. Das ist die Grenze, die für die Hausherren im Schloss Bellevue schon immer gegolten hat.

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Auch wenn Gaucks Worte auf den ersten Blick eher wie ein emotional geleitetes Geständnis wirken, so hat er doch diese Linie überschritten. Ob gewollt oder nicht, mischt er sich sogar in die Regierungsbildung in Thüringen ein. Denn dort läuft zurzeit eine Befragung der SPD, ob die Mitglieder Koalitionsverhandlungen mit Linke und Grüne befürworten.

Klare Worte eines Präsidenten sind wichtig. Genauso wichtig ist, dass er sie vorher besonders überlegt. Den Eindruck hat man derzeit bei Gauck bisweilen nicht.

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