Terroristisches Kalkül

Kommentar zum Gazakrieg: Menschenverachtend

Die Gewalt im Nahen Osten nimmt wieder zu. Mit einer Bodenoffensive will die israelische Armee die militärische Infrastruktur der radikal-islamischen Hamas zerschlagen. Ein Kommentar zum Gazakrieg von Tibor Pézsa, Leiter der HNA-Nachrichtenredaktion.

Über die Frage, wer im Konflikt zwischen Israelis und Hamas das größere Recht auf seiner Seite hat, lässt sich hitzig streiten. Unstrittig dürfte aber wohl sein, dass beide Seiten aus einer unerträglichen Situation heraus handeln. Das Leid der Menschen ist erschütternd.

Und doch macht es einen Unterschied, ob man auf Kämpfer feuert, die aus Schulen und Krankenhäusern heraus schießen, oder ob man Raketen auf Städte und Siedlungen feuert.

Israel hat mit der Bodenoffensive im Gazastreifen gezögert. Der Versuch, die Raketenangriffe der Hamas mit Luftschlägen zu unterbinden, ist offensichtlich nicht gelungen. Zweimal von den Israelis eingehaltene Feuerpausen wurden von der Hamas ignoriert. Als ob es nicht die Schwächsten, die Unschuldigen wären, die mit jeder weiteren Kriegshandlung verletzt und getötet werden.

Die Hamas verfolgt ihre eigene Agenda. Vor dem Gewaltausbruch hatte die Organisation stark an Unterstützung verloren. Offenbar schätzt sie ihre Lage als so verfahren ein, dass nichts als noch mehr Blut und noch mehr Opfer ihr Ansehen retten können.

Die Fortsetzung der Gewalt, gerade auch dann, wenn sie Israel in den Bodenkrieg zwingt, ist der letzte, der einzige Hebel der Hamas. Sterben genug Israelis, sind die Hamas-Kämpfer in ihrer Logik Helden. Sterben genug Palästinenser, sind die Israelis Schurken. Noch ist es offenbar nicht genug. Es ist ein menschenverachtendes, ein terroristisches Kalkül.

E-Mail an den Autor: tpa@hna.de

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