Kommentar zum Geheimabkommen der EZB: Der Druck steigt

Unkontrolliert, da hat die EZB recht, waren die Wertpapierkäufe von Banque de France, Banca d'Italia, Belgischer Nationalbank und anderen wohl nicht. Aber geheim. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Angesichts der Summen kann man schon ins Grübeln geraten, zumal niemand prüfen kann, ob es sich bei den von den Notenbanken gekauften Papieren nicht in Wirklichkeit um riskante Anlagen handelt, die in anderen Händen längst hätten abgeschrieben werden müssen oder stark auf die Kreditwürdigkeit gedrückt hätten. Jedenfalls sollen auf diesem Weg 170 Milliarden Euro in Frankreich den Weg in die Märkte gefunden haben, 125 Milliarden in Italien, 28 Milliarden im kleinen Belgien, aber nur 14 Milliarden in Deutschland.

Die Sache ist brandgefährlich, weil sie das Vertrauen in die Solidität des Euroraums wieder beschädigt. Zu Recht mahnt der EZB-Rat Reformen in den Schuldenstaaten an. Doch wahrscheinlicher als diese dürfte auch weiterhin die gewaltige Geldbeschaffungspolitik der EZB sein. Die damit verbundenen Risiken und Nebenwirkungen werden immer unüberschaubarer. Der Druck auf die EZB steigt.

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