Kommentar zum Generalbundesanwalt: "Ranges Provokation"

In der Affäre um Landesverrats-Ermittlungen gegen Journalisten muss Generalbundesanwalt Harald Range seinen Posten räumen. Ein Kommentar von Berlin-Korrespondent Stefan Vetter.

Harald Range hat alles auf eine Karte gesetzt und seinem obersten Dienstherrn, Justizminister Heiko Maas, den Kampf angesagt. Das konnte sich der SPD-Politiker nicht bieten lassen. Die Entlassung aus dem Job des Generalbundesanwalts war deshalb folgerichtig. Range hatte zuvor mit harscher Kritik aufgewartet und dabei seinen eigenen Rauswurf offenbar bewusst in Kauf genommen. Mag sein, dass hier Ranges nahendes Pensionsalter eine Rolle spielte, als der sich Luft machte. Mit der Wendung in den Ermittlungen wegen Landesverrats ist der Fall aber nun zu einer Affäre des Justizministers geworden.

Zwar sind viele in die Vorgänge verwickelt, aber nur einer geriet augenscheinlich zwischen die Fronten: Harald Range. Er hatte von Anfang an den Schwarzen Peter und ist ihn nicht losgeworden. Vielleicht auch deshalb sein Versuch einer Flucht nach vorn. Allen Beteiligten wäre es wohl am liebsten gewesen, die leidige Sache wäre im Sommerloch verschwunden.

Mit dem Rauswurf von Range bekommt die Affäre eine neue Dynamik. Wirkt das Ganze doch wie ein Bauernopfer. Womöglich hat sie das Zeug zu noch einem Untersuchungsausschuss im Bundestag. Wer hat was gewusst und wem gesagt? Justizminister Maas dürfte der Letzte sein, der daran Interesse haben könnte.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.