Kommentar zum geplanten Handelsabkommen TTIP: Ängste statt Offenheit

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Kommt der Schwarzwälder Schinken bald aus den USA?

Agrarminister Christian Schmidt fürchtet, TTIP bedeutet das Ende von Privilegien regionaler Produkte. Ein Kommentar von Barbara Will.

Lübecker Marzipan aus Texas, Schwäbische Spätzle aus Kalifornien? Vermutlich will Agrarminister Christian Schmidt gar nicht dem umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP zuliebe sämtliche Schutzbarrieren für regionale Produkte einreißen. Aber er kann so verstanden werden, und die Gegner der Handelspartnerschaft tun das gern.

Die Argumente werden ihnen so schnell nicht ausgehen, denn bei den TTIP-Verhandlungen herrscht statt Offenheit eine Geheimniskrämerei, in deren Dunstkreis Ängste gedeihen. Schmidt trifft den Nerv von Verbrauchern, die befürchten, bald nur noch Chlorhühner und Genfleisch im Supermarkt zu finden.

Dabei sind Schmidts Argumente nicht unlogisch: Auch in der EU ist regional nicht einfach regional. Stattdessen werden so ausgefeilte Vorschriften erlassen, dass Verbraucher nur mit Mühe durchsteigen und die USA nicht nachvollziehen können, warum sie vom weich gespülten Regionalschutz nicht profitieren dürfen. Die Frage, ob jede Dauerwurst ihr juristisches Biotop verdient, muss erlaubt sein. Viele Lebensmittelhändler bieten Erzeugnisse aus der nahen Region an. Sinnvoller als der Blick in EU-Listen ist für den Verbraucher der Blick aufs Etikett.

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- TTIP: Aus für Privilegien regionaler Produkte?

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