Machtkampf zwischen Gewerkschaften

Kommentar zum Gesetzentwurf zur Tarifeinheit: "Riegel vorgeschoben"

Werner Kolhoff über die Tarifeinheit

Der von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vorgelegte Gesetzentwurf zur Tarifeinheit ist heikel. Aber auch die Arbeitgeber sind gefordert. Ein Kommentar von Werner Kolhoff.

Wäre nicht Claus Weselsky und seine Lokomotivführergewerkschaft GdL gewesen, das Gesetz zur Tarifeinheit wäre jetzt womöglich nicht gekommen. Aber der laufende Arbeitskampf bei der Bahn ist in Reinkultur ein bloßer Machtkampf zwischen Gewerkschaften, der auf dem Rücken eines Unternehmens und des ganzen Landes ausgetragen wird. Damit hat es Weselsky übertrieben.

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Die GdL hat mit ihrem rabiaten Auftreten das Potenzial von Spartengewerkschaften deutlich gemacht und damit die Debatte erst losgetreten. Gewerkschaften in Deutschland waren und sind grundsätzlich kooperativ, die Arbeitgeber auch. Aber Lokführer, Fluglotsen, Piloten, Ärzte, Stellwerker, Kraftwerksfahrer und viele Spezialberufe mehr könnten es jederzeit anders handhaben. Dem wird nun ein gewisser Riegel vorgeschoben.

Die Arbeitgeber, die so sehr nach der neuen Regelung gerufen haben, sollten etwas leiser sein. Ihr Ruf nach geordneten Bahnen im Tarifgeschehen wäre glaubhafter, wenn sie selbst dagegen vorgehen würden, dass immer mehr Unternehmen sich der Tarifbindung entziehen. Das sind auch ungeordnete Bahnen. Und ähnlich ist es mit den großen Gewerkschaften, die nun hoffen, sich der kleinen Konkurrenzorganisationen entledigen zu können. Sie wären glaubhafter, wenn sie sich selbst mehr um die Belange einzelner Berufsgruppen gekümmert hätten.

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