Kommentar zu gestoppten Medikamenten: Sparen am falschen Ort

Eine indische Firma soll Studien für die Zulassung von Medikamenten gefälscht haben. Nun müssen viele Produkte EU-weit vom Markt. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteur Peter Klebe.

Nahezu jeder (Kassen)-Patient hat das schon erlebt: Er legt ein Rezept in der Apotheke vor und bekommt ein anderes Mittel als das verschriebene. Es ist in der Wirkung mit dem Original identisch, aber billiger. Denn die Krankenkassen bezahlen längst nicht mehr alle Medikamente. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, so lange gewährleistet ist, dass der Patient keinerlei Nachteile hat.

Aber nun kassiert die EU mal eben 700 Zulassungen für solche Arznei. Auch wenn sich nach jetzigem Stand niemand Sorgen machen muss, nicht mehr ausreichend mit verordneten Medikamenten versorgt zu werden, ist das bedenklich. Der Paukenschlag der EU wirft die Frage auf, warum sensible Studien über Medikamente im fernen Indien erstellt werden. Der Verdacht liegt nahe, dass auch hier Sparen das oberste Gebot ist. Mehr und schärfere Kontrollen sind das mindeste, was nun gefordert werden muss. Fatal, wenn die vermuteten Fälschungen für die Studien nur die Spitze des Eisbergs wären.

Das Gesundheitswesen läuft Gefahr, sich krank zu sparen. Zu wenig Personal in den Krankenhäusern, zu wenig Hausärzte nicht nur auf dem Land und nun auch noch Misstrauen bei den Pillen. Wo soll das enden?

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