Kommentar zu den Grenzkontrollen: Und nun?

Die Bundesregierung führt angesichts des starken Andrangs von Flüchtlingen vorerst wieder Grenzkontrollen ein. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Die Bundesregierung hat die Kontrolle über den Zuzug Abertausender Flüchtlinge offenbar schon länger verloren. Denn die Zahl der Eintreffenden schoss schon im Juni auf 54.000 hoch, nachdem sie von Januar bis Mai bei etwa 35.000 pro Monat gelegen hatte. Die Bearbeitung der Asylanträge blieb wie stets hunderttausendfach liegen. Planmäßig verlief nur der Sommerurlaub.

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Nun ist guter Rat teuer. Kein Staat der Welt kann es sich leisten, Zuzügler in riesigen Gruppen unkontrolliert einreisen und durchziehen zu lassen. Und die Einreisenden dann auch noch selbst entscheiden zu lassen, ob und wo sie sich registrieren lassen. Das Tor, das Angela Merkel spektakulär öffnete, lässt sich offenbar nicht mehr anders schließen als auf den Trümmern europäischer Schönwetter-Regeln.

Adieu also, Schengenabkommen, bis zur nächsten großeuropäischen Sonntagsrede. Die deutsche Selbstvergessenheit war einträglich und bequem. Spätestens jetzt aber gilt es, Interessen zu definieren. Und die können in Deutschland nur deutsch sein, auch wenn „deutsch“ noch so europäisch gedacht und gemeint ist. Das ist übrigens bei allen anderen „Europäern“ ganz genau so. Die Bundesregierung hat es nur sehr spät bemerkt.

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