Kommentar zum Griechendrama: Auch die Retter sind am Ende

Die Dreistigkeit, mit welcher Griechenpremier Alexis Tsipras und sein Finanzminister Gianis Varoufakis ihre Geldgeber beschimpfen, weil die auf Einhaltung geschlossener Verträge bestehen, ist eindrucksvoll. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa

Mit gefälschten Zahlen und viel europaduseliger Fahrlässigkeit seitens der sogenannten guten Europäer sind die Griechen in die Währungsunion gelangt. Fast dreihundert Milliarden Euro später sitzen die reichen Griechen längst im Ausland, ruhen vermutete 80 Milliarden griechisches Schwarzgeld unbehelligt auf Schweizer Konten und sind die Schulden des Landes größtenteils europäischen Steuerzahlern aufgehalst geworden.

Mit immer neuen Milliarden, mit immer höheren Einsätzen wurde Zeit gekauft. Doch die wurde nicht genutzt. Statt das griechische Problem zu isolieren, wurde es zum Brandmal einer zweifelhaften Rettungspolitik, zum Schaden des europäischen Gedankens. Was wir nun erleben, ist die Fälligstellung der Folgen von Tricksereien, versäumten Reformen, Euro-Konstruktionsfehlern und glatten Lügen der Politik - auch in Deutschland.

Selbst die sogenannten Notfallkredite der EZB an Athen - 118 Milliarden Euro bis jetzt - sind nichts anderes als Staatsfinanzierung ohne Wiederkehr. Nicht nur die Griechen sind am Ende. Auch ihre Retter sind es.

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