HNA Meinung

Kommentar zu Griechenland: Viel Geld, null Vision

Die Unionsfraktion bereitet sich mit stundenlangen Sitzungen auf die Abstimmung morgen über das dritte Griechenland-Hilfspaket vor. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa

Wird die Zahl der Abweichler in der Unionsfraktion des Bundestages morgen noch höher ausfallen als bei der letzten Abstimmung über die anscheinend endlose Griechenlandhilfe? Kann sein, schließlich will sich nicht einmal mehr der Internationale Währungsfonds (IWF) an einer Fortsetzung der griechischen Insolvenzverschleppung beteiligen. Und das, obwohl die Bundesregierung stets beteuerte, nur mit ihm zusammen Griechenland retten zu wollen.

Auch Mehrheiten können falsch liegen. Das gilt zumal für die bröckelnde Mehrheit der Griechenretter im Bundestag. Wieder werden Steuermilliarden in einem Abgrund von Regel- und Vertragsverletzungen verfeuert. Schon droht das vierte Hilfspaket - immer genau so viel, wie in Griechenland zu wenige Steuern eingezogen werden oder zu viel Geld ausgegeben wird. All das, weil kein wichtiger Politiker als erster zugeben will, dass der große Nachkriegsgedanke der fortschreitenden europäischen Einigung aus- und abgelebt und an seine Grenze gekommen ist. Und dass es an einer realistischen Vision für das künftige Europa fehlt.

Schön, dass jetzt vielleicht auch die Zulage für griechische Beamte gestrichen wird, wenn sie nur pünktlich zum Dienst erscheinen. Doch wer kann ernsthaft einer griechischen Regierung vertrauen, die links erzählt, dass sie genötigt wird und rechts Reformen verspricht?

Das wird nichts. Der IWF hat die Reißleine gezogen. Die Europäer brauchen offenbar länger. Und Griechenland braucht einen Neuanfang auf eigene Rechnung.

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