Kommentar zu Griechenlands Finanznot: "So pleite, wie man nur sein kann"

Täglich gibt es neue Meldungen über die Finanznot Griechenlands. Ein Kommentar zum Thema von Jan Schlüter, dem stellvertretenden Chefredakteur der HNA.

Manchmal hilft nur noch Galgenhumor. Griechenland, so juxen Witzbolde via Facebook, führt eine neue Währung ein: den Fiasko. 100 Debakel sind ein Fiasko. Vom Scherz zur Wirklichkeit ist in Athen zurzeit ein kurzer Weg.

Das Land ist so pleite, wie es nur sein kann. Die Reichen haben ihr Geld längst im Ausland in Sicherheit gebracht, die Normalbürger ziehen ein Maximum an Euro-Scheinen aus den Geldautomaten – solange es noch geht. Und die Armen haben überhaupt nichts mehr.

Über Jahrzehnte plünderten die Altparteien mit ihren gierigen Cliquen das eigene Land, beherrschten es mit Korruption, Egoismus und Vetternwirtschaft, und scheuten nicht vor Lug und Trug in Richtung Europa zurück. Voller Wut brachten die Griechen per Protestwahl die Tsipras-Koalition an die Macht, deren Protagonisten sich nun daheim als Volkshelden mit irrwitzigen Versprechen präsentieren und in Europa als unseriöse Gesprächs- und Verhandlungspartner negativ auffallen.

Als Ende Februar den Griechen noch einmal eine viermonatige Frist eingeräumt wurde, sagten viele, dass dies ein viel zu kurzer Zeitraum für durchgreifende Veränderungen sei. Heute aber steht das Land schon so dicht vor dem Ruin, dass von Tag zu Tag Milliarden beschafft werden müssen.

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