Debatte um Reparationen

Kommentar zu den griechischen Forderungen: Interesse an Geschichte

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Athen will Geld zurück. Der neue Premier erinnert an die Rückzahlung von Kriegsschulden Deutschlands in Höhe von elf Milliarden Euro. Ein Kommentar von Tibor Pézsa.

Vor Gericht und auf hoher See weiß niemand, was passieren wird. Die Reparationsforderungen aus Athen dürften jedenfalls nicht von vornherein aussichtslos sein. Allerdings wirkt der Versuch ihrer neuerlichen Klärung 70 Jahre nach Kriegsende schon etwas bizarr - nach Wiedergutmachungsabkommen, nach langem europäischen Einigungsprozess, nach dem historischen Epochenabschluss durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag und bei fortwährender Rettung Griechenlands vor dem Bankrott - auch durch deutsche Steuerzahler.

Aber Staaten haben keine Freunde, sie haben Interessen. Und das Interesse Griechenlands lässt sich in diesen Tagen am besten in Euro ausdrücken. Glaubwürdiger wird die Forderung aus Athen dadurch nicht. Aber der Hinweis auf die deutsche Kriegsschuld ist in Europa nun einmal immer noch das stärkstverfügbare Mittel, um von eigenem staatlichen Versagen abzulenken.

Die Sache sollte in Berlin niemanden davon abhalten, die deutschen Interessen nüchtern zu wägen. Und danach zu handeln.

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