Kommentar zu den Grünen und der Kriegsfrage: "Nur wegen der Schlagzeilen"

Stefan Vetterüber die Grünen und den Krieg

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert gegen die IS-Miliz ein robustes UN-Mandat und gegebenenfalls eine Beteiligung der Bundeswehr. Dazu ein Kommentar von Stefan Vetter.

Wann immer es in der Vergangenheit um Krieg oder Frieden ging, haben die Grünen hart mit sich selbst gerungen. Heute bleibt eine überraschende Meinungsäußerung einer Spitzen-Grünen bei der Parteiführung im Kern unwidersprochen. Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt macht sich für einen Bundeswehreinsatz gegen den „Islamischen Staat“ im Zuge einer UN-Mission stark - wohl wissend, dass ein UN-Mandat so weit weg ist, wie die Erde vom Mond.

Ohnehin muss, wer Truppen in ein fremdes Land schickt, auch eine Idee haben, was er dort erreichen will und wie er dort erhobenen Hauptes wieder herauskommt. Das ist die Lehre aus dem Krieg in Afghanistan. Am Ende wirkte der Abzug der internationalen Truppen wie ein überhastetes Manöver.

Was also soll der grüne Vorstoß in Sachen IS? Fast hat man den Eindruck, die Partei wolle sich wichtig machen. Denn als kleinste Oppositionsformation ist es nicht leicht, in die Schlagzeilen zu kommen. Es sei denn, man macht auf Provokation. Bereits in der Ukraine-Debatte wirkte es zuweilen so, als wollten manche Grüne am liebsten gleich die Bundeswehr in Marsch setzen.

Dass sie sich damit einen Gefallen tun, darf bezweifelt werden. Viele Anhänger reiben sich verwundert die Augen, was aus ihrer Partei geworden ist.

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