Kommentar zur Grünen Woche: Aus Krise wird Chance

Am heutigen Freitag startet die Ernährungsmesse Grüne Woche in Berlin. HNA-Redakteur Peter Klebe kommentiert die Lage der Lebensmittelbranche.

Die heute beginnende Grüne Woche in Berlin steht für viele Landwirte unter keinem guten Stern. Preisverfall bei Wurst, Fleisch, Milch und Getreide, Angst vor Qualitätsverlusten durch das Freihandelsabkommen TTIP, Handelsschranken Richtung Russland.

Die regionalen Bauern beklagen zu Recht den knallharten Wettbewerb im Einzelhandel: Vor allem die Discounter drücken die Preise für Fleisch und Wurst. Das wirkt sich für den Verbraucher an der Kasse auf den ersten Blick positiv aus. Doch verkannt wird oft, dass Fleisch keine Schnäppchenware sein darf, sondern ein hochwertiges Produkt ist, das entsprechend bezahlt werden müsste. Die Folge des Verramschens sind brutale Massentierhaltung und ein Zurückdrängen der kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe durch die Marktriesen.

Der Verbraucher kann mithilfe des Einkaufskorbs umdenken. Viele Menschen ernähren sich bewusster und verlangen bessere Qualität. Die Absicht, Bauern aus einem Sondertopf zu honorieren, die auf höhere Qualitätsstandards unter anderem bei der Tierhaltung setzen, ist gut und notwendig. Ein weiterer wichtiger Schritt ist eine Kennzeichnung von Wurst und Fleisch nach Herkunftsart, die es bei Eiern schon lange gibt. Damit kann aus der Krise eine Chance werden. Für Landwirte und Konsumenten gleichermaßen.

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Rubriklistenbild: © HNA

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