Kommentar zu Gysis Entgegnung auf Wolf Biermann: Verlogen und verdruckst

Tibor Pézsa, E-Mail: tpa@hna.de

Berlin. Liedermacher Wolf Biermann sorgte mit Attacken auf die Linke für einen Eklat bei der Feierstunde zum 25. Jahrestag des Mauerfalls im Bundestag. Linke-Fraktionschef Gregor Gysi ignorierte Biermanns Provokationen. Ein Kommentar von Tibor Pézsa, Leiter der HNA-Nachrichtenredaktion.

Man kann Wolf Biermann eitel finden. Man kann auch meinen, dass die Wortwahl des selbsternannten "Drachentöters" für die Linke als "Drachenbrut" im Bundestag unpassend war. Aber niemand kann sagen, dass so ein Auftritt von Wolf Biermann nicht zu erwarten war.

Im Gegenteil: Der Ex-Ossi-Barde hat nie ein Blatt vor den Mund genommen, erst Recht nicht mit Blick auf die DDR und ihre so verlogene wie verspießerte Einheitspartei von Moskaus Gnaden. Genau deswegen dürfte Bundestagspräsident Norbert Lammert Biermann eingeladen haben. Und genau dieser Wille zu Wahrheit und Klarheit unterscheidet beide von Gregor Gysis verdruckster Entgegnung.

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Gewiss konnte man in der DDR leben, ohne in Mitverantwortung für die SED-Diktatur zu geraten. Das ändert nichts daran, dass die DDR eine Diktatur war, ein Unrechtsstaat. In ihm gingen niedrige Mieten, null Arbeitslosigkeit und Kita-Garantie mit einem Horror von Umweltzerstörung, Bespitzelung, Polizeiterror, Rechtsbeugung und wirtschaftlicher Idiotie einher.

Wie nah die Linke, einst WASG/PDS, SED, auch heute noch ihrer tristen Herkunft steht, erkennt man daran, wie sie selbst damit umgeht: Am liebsten gar nicht. Solange das so ist, wird ein Wolf Biermann zu Recht mit dem Finger auf sie zeigen können. Auch als Sozialist. Auch im Bundestag.

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