Kommentar zu Hacker-Angriffen auf Medien: Naives Denken

Mit einer massiven Cyberattacke haben unbekannte Hacker die belgische Mediengruppe Rossel zum Abschalten ihrer Nachrichten-Websites gezwungen. Ein Kommentar von Detlef Drewes.

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik schickte gestern drei Warnmeldungen wegen Netzattacken raus. Der so genannte Sicherheitstacho des Internet-Providers T-Online listet allein für den Monat März etwa fünf Millionen Hacker-Angriffe auf. In Brüssel tut man so, als ob man sich immer noch vorbeugend auf technischem Neuland befindet, weil zwei Cyber-Anschläge zum zeitweisen Abschalten von Web-Auftritten großer Medienhäuser geführt haben. Das ist – bei allem Respekt – naiv.

Die gegenseitige Information der 28 Mitgliedstaaten sollte längst der Normalfall sein. Weil man die Ausgangslage nicht mehr nur analysieren muss, sondern mit jedem Tag mehr den Anschluss an die Kriegsführung von Terroristen und anderen Cyber-Söldnern verliert. Dass es bisher nicht zu wirklichen Schäden durch Attacken auf die Lebensadern moderner Industriestaaten gekommen ist, hat viel mit jenem Schutz zu tun, den diese bereits installiert, aber nicht für alle zugänglich gemacht haben. Das Problembewusstsein scheint nicht einmal innerhalb des Binnenmarktes ausgeprägt genug zu sein, um egozentrische Einwände zu überwinden. Viele Betroffene fürchten Nachteile, wenn bekannt wird, dass sie Opfer einer Hacker-Attacke geworden sind. Das darf nicht so weitergehen.

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